Lamine Belaala
wurde 1968 in Constantine, einer algerischen Kulturstadt, geboren.
Er wuchs in einem musikalischen Milieu auf, umgeben von den verschiedensten
Musikinstrumenten (Piano, Laute, Gitarre, Mandoline, Mondol, Banjo, Tambourine
oder Geige), die ihn und seine Familie in ihrem Alltag begleiteten.
Sein Vater ist Musiker, Opernkomponist, Märchenschreiber, Dichter und Professor
für arabische Literatur, die Mutter Lehrerin. Der Einfluss der Eltern hat die
musikalische Erziehung der Familie geprägt und gefördert.
Mit sieben Jahren hat er mit Gesang und Percussion angefangen, ein Jahr später kam
der Klavierunterricht hinzu. Mit dreizehn Jahren lernte er unter der Leitung des
grossen Meisters der arabo-andalusischen Musik, Taher Bestandgi, im Kulturhaus in
Constantine auf der arabischen Laute zu spielen. Bei dieser Laute handelte es sich um
eine Instrumentenversion aus dem 8. Jahrhundert.
Mit 16 Jahren leitete er die Musikgruppe seines Gymnasiums ("Ibn Badis") und
gewann in einem Musikwettbewerb zwischen den Gymnasien des Landes den ersten
Preis.
Im Alter von 17 Jahren spielte er im professionellen Orchester "El Fergania", das
vom renommierten Maestro des "Maluf", Mohamed Tahar Fergani geleitet wurde.
Daneben studierte er bei Professor Kaddour Darsouni am Konservatorium von
Constantine andalusisch-arabische Musik und "Maluf".
Mit 20 Jahren dann gründete er seine erste eigene Musikgruppe ("Le Rossignol")
und spielte auf mehreren kulturellen Festivals in Algerien und Frankreich. Zu dieser
Zeit hat er auch mit anderen berühmten Musikern (Benani, Bouda, Salim Fergani,
Bentobal) gespielt.
Mit 24 besuchte er Berlin und machte die Bekanntschaft mit einer italienisch-
neapolitanischen Musikgruppe, in der er dann als Percussionist spielte. Von der
Gruppe wurde eine CD aufgenommen mit dem Titel "Raccalina und die Macaronis",
aus einer bekannten Musikkomödie mit der berühmten Sängerin Rachelina und der
Virtuosin Marga Behrent (bekannt als "Frau Motzki"), Sängerin, Tänzerin und
Schauspielerin seit den 20er Jahren.
Zurück in Constantine gründete er im darauf folgenden Jahr die Gruppe "El Bahja-
Maluf".
Drei Jahre später, mit 28, kehrte er zurück nach Berlin. Er lehrte Musik an der
Hermann Boddin Schule und komponierte ein Lied in 6 Sprachen ("Hermann
Boddin"), das die Schüler bei besonderen Anlässen zur Ehre ihrer Schule singen.
Nebenbei machte er auf mehreren Konzerten auf verschiedenen Bühnen den "Maluf"
zum ersten Mal in Deutschland bekannt und engagierte sich in der andalusisch-
arabischen Gruppe "El Hambra" (Flamenco, spanische, andalusische und arabische
Musik).
Mit 31 Jahren dann gründete er zusammen mit Maria-José aus Granada und Miloud
Messabih aus Oran (Algerien) seine eigene multikulturelle Musikgruppe. Sie ist in
Deutschland unter dem Namen "El Andarab" bekannt und spielt eine Mischung von
arabo-andalusischer Musik, von Flamenco und spanisch-algerischer Musik.
Lamine Belaala schrieb und komponierte mehrere Lieder, unter anderem das
berühmte Lied "El-Djazair": Bei diesen Kompositionen spielt er die arabische Laute
des 8ten Jahrhunderts, sowie Geige, Gitarre und Gesang.